Der digitale Schnuller - Interview mit Klara Kaiser, MSc

Veröffentlichungsdatum29.01.2026Lesedauer1 Minute

Eine Serie zur digitalen Medienkompetenz - Schon Babys und Kleinstkinder sieht man oft mit dem Smart­phone in der Hand. Was für manche niedlich aussieht, nimmt massiven Einfluss auf die frühkindliche Entwicklung.

Dass die ständige Präsenz des Handys bei Teenagern und Erwachsenen zu einer Art Suchtverhalten führt, ist vielen schon bewusst. Bei Babys und Kleinstkindern ist der Einfluss darüber hinaus noch dramatischer: auch körperliche Entwicklungen werden gestört, diese Defizite können später nicht immer aufgeholt werden.


Im Interview: Klara Kaiser MSc, 

Physiotherapeutin und OsteopathinKlara Kaiser


„In der Zeit, die Kinder vor Bildschirmen verbringen, bewegen sie sich kaum.“


Was sind Ihre Beobachtungen in der Praxis?

Motorische Entwicklungsdefizite bei Kleinkindern


Wie äußert sich das?

Wichtige motorische Entwicklungen macht das Kind zeitverzögert:

z.B. bei Babys, die sich nicht oder sehr verspätet in Bauchlage drehen, krabbeln oder sich ins Sitzen aufrichten

z.B. bei Volksschülern, die keinen Ein-Bein-Stand oder Purzelbaum machen können


Woher kommt das?

Wenn Kinder vor dem Bildschirm sind, sind sie meist sehr passiv – sie bewegen sich viel weniger. Kein Kind ist sonst so lange bewegungslos.

Dann fehlen diese frühen Bewegungserfahrungen, die für die Entwicklung von Motorik und Koordination notwendig sind. Natürlich kommt das nicht nur vom Bildschirm, sondern z.B. auch vom ständigen Aufenthalt in Wippen oder Babyschalen.

Babys sollten oft genug frei liegen können und Platz für Arm- und Beinbewegung haben, um selbst Drehungen und Bewegungen ausprobieren zu können und zu erlernen. Nimmt man ihnen diese Bewegungserfahrungen ständig, ist die weitere motorische Entwicklung beeinträchtigt.


Welche Auswirkungen ergeben sich daraus?

Geringe Bewegungserfahrung im Kindesalter kann später zu schlechter Fitness, Koordinationsdefiziten, Haltungsschäden, Übergewicht führen. Manche Bewegungserfahrungen, die man bis zum 12 Lebensjahr nicht gemacht hat, können später nicht mehr nachgeholt werden.


Weitere Informationen unter:

www.smart-aufwachsen.at


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