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kinderimpfungen



 
Olaf Stöllinger,Gertraud Deim,Bernhard Schütz
v.r.n.l Olaf Stöllinger,Gertraud Deim,Bernhard Schütz
 


Kinderimpfungen

Vortrag vom 8.Mai 2001

Als Referenten konnten wir den Leiter der Kinderabteilung im KH der Barmherzigen Schwestern,Prim.Dr.Olaf Stöllinger,gewinnen.
Das interessierte Publikum bekam eine klare und umfassende Darstellung zu folgenden Themen.
-Empfohlene Impfungen für Säuglinge,Kinder und Jugendliche 2001
-Spezielle und Reise-Impfungen
-Grundlagen zum Verständnis von Impfungen



 
Prim.Dr.Olaf Stöllinger
 


1.Empfohlene Impfungen für Säuglinge,Kinder und Jugendliche(2003,oberster Sanitätsrat)

1.Lebensjahr:

 

3.Monat:





4.Monat:
5.Monat:

 

Diphterie
Tetanus
Keuchhusten
Haemophilus influenzae B
Kinderlähmung
Hepatitis B
dasselbe (6-fach Impfstoff)
dasselbe (6-fach Impfstoff)

 

2.Lebensjahr:

 

14.Monat:
18.Monat:
22.Monat:

 

Masern,Mumps,Röteln
Auffrischung 6-fach Impfstoff
Auffrischung MMR

 

7.Lebensjahr:

 


 

Diphterie,Tetanus (für Erwachsene)
Kinderlähmung (3-fach Impstoff)

 

13.-15.Lebensjahr:

 


 

Hepatitis B
Röteln(Masern,Mumps)
Diphterie,Tetanus (für Erwachsene)
Kinderlähmung

Alle weiteren 10Jahre:Diphterie,Tetanus,Kinderlähmung,Keuchhusten

Diphterie

Diphtherie tritt in letzter Zeit vermehrt in osteuropäischen Ländern auf und kann auch bei uns jederzeit wieder auftreten. Die Ansteckung erfolgt meist als Tröpfcheninfektion (z. B. Niesen, Husten) und führt zu Entzündungen im Nasen-Rachenraum. Als Komplikationen können Entzündungen des Herzmuskels und der Niere sowie Lähmungen auftreten, die bleibende Schäden hinterlassen.

Tetanus

Beim Tetanus (Wundstarrkrampf) erfolgt die Ansteckung durch Verletzungen, manchmal durch kleine, kaum merkbare Wunden. Die Erkrankung führt zu Muskelkrämpfen, die auch die Atemmuskulatur betreffen können.

Keuchhusten

Keuchhusten (Pertussis) ist besonders im Säuglingsalter gefährlich. Die Ansteckung erfolgt als Tröpfcheninfektion. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch schwere Hustenanfälle, die mitunter zum Atemstillstand führen können. Als Komplikationen können Lungen- und Mittelohrentzündungen, Bronchitis und Schädigungen des Gehirns auftreten.

Haemophilus influenzae B

Die Erkrankung mit diesem Bakterium kann vor allem für Kinder unter fünf Jahren gefährlich sein. Sie kann zu Mittelohr-, Lungen- und Kehldeckelentzündungen mit Erstickungsgefahr sowie eitriger Gehirnhautentzündung führen, wobei Dauerschäden möglich sind. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

Kinderlähmung

Die Ansteckung erfolgt durch Schmier- und Tröpfcheninfektion. Anfangs treten Krankheitszeichen einer "Verkühlung" auf, die nach ca. 1 Woche in Ausfallserscheinungen des Zentralnervensystems münden. Die Erkrankung kann zu Lähmungen mit Dauerschäden führen. Im schlimmsten Fall kann, wenn wichtige vegetative Zentren im Gehirn betroffen sind, der Tod eintreten.


Hepatitis B

Die Hepatits B - Viren werden durch infizierte Personen und Gegenstände übertragen (z.B. gemeinsames Benützen von Zahnbürsten, Rasierklingen, Nadeln, Geschlechtsverkehr ...).
Die Erkrankung führt zu einer schweren Lebererkrankung, die mitunter nicht ausheilt und eine Lebercirrhose oder ein Leberzellencarzinom zur Folge haben kann.



Masern

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. An Komplikationen können Mittelohr- und Lungenentzündungen sowie eine Gehirnentzündung auftreten, die bleibende Schäden verursachen können.

Mumps

Mumps (Ziegenpeter) ist ebenfalls keine harmlose Erkrankung. Die Ansteckung erfolgt auch hier durch Tröpfcheninfektion. Als Komplikationen sind Entzündungen der Gehirnhäute, der Bauchspeicheldrüse und der Geschlechtsdrüsen möglich

Röteln

Röteln zählen zwar zu den harmlosen Kinderkrankheiten, erkrankt jedoch eine Schwangere in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft daran, kann es zu Schädigungen des Ungeborenen (Augen, Ohren, Herz, Gehirn) kommen



2.Spezielle Impfungen

FSME (Frühsommer Encephalitis)

Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht)

Influenza (Grippe)

Varizellen (Windpocken,Schafblattern)

Pneumokokken

Borrelien ("2.Zeckenerkrankung")

Meningokokken

RS-Virus (respiratory syncytial virus)

FSME

Zeckenschutzimpfung

Die typischen Symptome dieser Viruserkrankung - durch Zecken auf den Menschen übertragen - sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Genickstarre. Bei einem Teil der Erkrankten treten zusätzlich Lähmungen auf. Bis zu zwei Prozent der FSME-Erkrankungen (Frühsommer-Meningoenzephalitis) enden tödlich. Den besten Schutz bietet die Impfung.

Übersichtskarte über Verbreitungsgebiete in Österreich:

Fsme Verbreitungsgebiete Urfahr-Umgebung

Reguläres Impfschema:

Es werden zunächst zwei Impfungen im Abstand von 24 Wochen durchgeführt, die dritte Impfung erfolgt nach 912 Monaten. Danach soll alle drei Jahre mit einer Impfung aufgefrischt werden.

Kinder unter einem Jahr sollten nur bei zwingender Indikation geimpft werden. Bei Kindern ab dem 1.Lebensjahr bis zum vollendeten 12.Lebensjahr wird die erste Teilimpfung mit der HALBEN Impfstoffdosis durchgeführt, die weiteren Impfungen dann mit der vollen Dosis. Derzeit gibt es keine eigene Abfüllung der halben Impfstoffdosis, man muß eine "Erwachsenendosis" halbieren. Ab 2002 wird es eine Spezialabfüllung geben.

Da sehr oft das reguläre Impfschema nicht genau eingehalten wird, sei angegeben, welche maximalen Intervalle zwischen den einzelnen Impfungen liegen können, ohne daß man wieder "von vorne" beginnen muß:

Abstand 1. zu 2. Impfung: maximal 1 Jahr

Abstand 2. zu 3. Impfung maximal 5 Jahre

Abstand zu Auffrischungen maximal 5 Jahre

 

Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Um die Gefahr eines Zeckenstiches so gering wie möglich zu halten, sollten beim Aufenthalt in der freien Natur einige Regeln befolgt werden:

-Wandern Sie auf breiten Wegen, nicht durch unwegsames Gelände oder Unterholz.
-Tragen Sie geschlossene, möglichst helle Kleidung (lange Hose und langärmliges Hemd oder Jacke), eine Kopfbedeckung und geschlossene Schuhe.
-Suchen Sie Ihren Körper nach einem Aufenthalt in der Natur immer nach Zecken ab. Dies sollte v.a. auch bei Kindern geschehen.
-Insektenabweisende Mittel haben nur eine zeitlich begrenzte Wirkung.




Wie gehe ich bei einem Zeckenstich vor?

Zecken sollten möglichst rasch entfernt werden, da mit zunehmender Saugdauer die Gefahr einer Übertragung von Erregern der Borreliose steigt. Die Zecken sollten dabei möglichst nahe an der Einstichstelle mit einer Pinzette oder den Fingernägeln durch vorsichtiges Ziehen entfernt werden. Ein Quetschen oder Zerdrücken der Zecke sollte unbedingt vermieden werden, da dadurch die Gefahr besteht, erregerhaltiges Material in die Stichwunde zu drücken. Die Verwendung von Öl, Klebstoffen, Nagellack oder Hitze sollte unterbleiben, da das eher nachteilige Wirkungen hat.

Nach Entfernen der Zecke sollte die Stichstelle (evtl. leichte Rötung) gründlich desinfiziert und noch einige Zeit beobachtet werden. Bei Auftreten irgendwelcher Veränderungen sollte man den Hausarzt konsultieren.