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Geschichte der St. Anna Kirche und das St. Anna Pfarrzentrum

Die Ansiedlung am Breitenstein bekam schon sehr früh eine kleine Kirche.
Um 1230 wurde mit dem Bau einer kleinen Kapelle der Grundstein für die heutige Anna Kirche gesetzt. Die einschiffige Kirche wurde 1748 als Filialkirche von Hellmonsödt vom Barockbaumeister Johann Mathias Krinner erneuert.
Das Gotteshaus wurde in der Nachkriegszeit zu klein und so wurde die Kirche 1964 durch einen modernen Zubau vergrößert.
Der alte barocke Hochaltar wurde in den neuen Zubau übernommen und fügt sich heute gut ein.
Auffällig am Altar sind die schönen barocken Statuen des Hl. Wolfgang (links oben), des Hl. Alexius (rechts oben), des Hl. Heinrich (links unten) und der Hl. Kunigunde (rechts unten).
Die Statuen der Seitenaltäre (Mutter Gottes und Jesus am Kreuz) stammen aus der alten Kirche.
Der Hl. Florian (links) und der Hl. Christophorus (rechts) zieren den Übergang vom alten zum neuen Teil der Kirche.Seit 1966 ist Kirchschlag eine eigene Pfarre.
Zahlreiche Kapellen und Marterl schmücken das Pfarrgebiet von Kirchschlag. Die berühmteste ist die Heinrichskapelle im Badhaus.
Das jüngste Marterl ist das Christus-Marterl am Breitenstein, errichtet von den Firmlingen im Jahre 2001 im Rahmen der Firmvorbereitung.
Am 29. Juni 2008 wurde das neue St. Anna Pfarrzentrum eröffnet und gesegnet. Es gibt allen pfarrlichen Gruppen Platz, ebenso der Bibliothek und ist Spielstätte für das Amateurtheater Kirchschlag.
Die neue Aufbahrungshalle ist am Knotenpunkt zwischen Kirche und Pfarrzentrum angesiedelt und ist durchstrahlt vom goldenen Licht des Himmels in diesen dunklen Stunden.
Die Emmausgeschichte ist die Leitgeschichte der Pfarre und an zentraler Stelle in der Kirche dargestellt. Sie vermittelt den Menschen die Hoffnung: Gott geht alle Wege mit.

Gute Architektur als neue Ortsmitte
Der Ortskern von Kirchschlag hat wohl alles zu bieten, was ein Ortszentrum braucht.
Seit der Fertigstellung des Pfarrzentrums von den in Neumarkt/Mühlkreis ansässigen Architekten Schneider & Lengauer gibt es sogar ein Beispiel guter zeitgenössischer Architektur.

Es ist ein einfaches und wohltuend angemessenes Gebäude aus verputztem Ziegel, das Schneider & Lengauer neben der Pfarrkirche in die Geländekante gestellt haben.
Sie geben einem öffentlichen Raum, der Potenzial für einen nutzbaren Ortsplatz hat, den nötigen Hintergrund.

Als flacher, zum Platz hin eingeschoßig in Erscheinung tretender Baukörper übernimmt das Pfarrzentrum mit seiner Außenwand die Flucht des seitlichen Kircheneinganges, und mit der Kante des Vordaches jene eines Zubaues an die Kirche, den eine kleine gläserne Kapelle abgelöst hat.

Der Raum zwischen Pfarrheim und Kirche wird über die gesamte Trakttiefe durch eine gläserne Fuge markiert, die über beide Geschoße des Pfarrheimes geführt ist.
Damit tritt der Ortsplatz mit dem hinter dem Haus abfallenden Hügelland in Sichtbeziehung.
Darüber hinaus werden der gläsern geschlossene Kirchenraum, der Eingangsbereich des Pfarrzentrums und der darunter liegende, im Untergeschoß von außen zugängliche Aufbahrungsraum über die Messingverkleidung der Kirchenmauer von goldenem Tageslicht erfüllt.

Umschließt Hof
Am anderen Ende des flachen Quertraktes schließt in rechtem Winkel der in der Höhe abgesetzte Pfarrsaal an, dem wiederum ein eigener Eingang zugeordnet ist. Somit umschließt ein aus Kirche und Pfarrzentrum geformtes U einen zum Platz hin offenen, teilweise vom Vordach beschirmten Hof, der über raumhohe Verglasungen mit dem Haus in Verbindung steht und sich als Aufenthaltsort im Freien großer Beliebtheit erfreut.

Der Saal ist wie die anderen Räume ein gut proportionierter, angenehm belichteter, akustisch funktionstüchtiger Raum, farblich ebenso sensibel wie professionell in Materialität und Ausführung gestaltet, mit sinnvollen Außenraumbezügen. Er ist mehrfach teilbar und an einer Stirnseite mit einer Bühne ausgestattet, die sich zum Ortsplatz hin öffnen lässt.

Diese Bühne steht über eine schmale Seitenstiege mit dem Untergeschoß in Verbindung, wo entsprechende Nebenräume eine vielfältige und professionelle Bespielung gewährleisten.
Das zur Gänze natürlich belichtete Untergeschoß, in dem sich außer der Bücherei auch die Jugendräume der Pfarre befinden, ist über eine aus dem Foyer des Erdgeschoßes abtauchende, von Lichtkuppeln begleitete Stiege und einen weiteren, von der Straße auf unterer Ebene her zugänglichen Eingang erschlossen.

Romana Ring,
OÖN vom 30.08.2008

Raum für die Pfarre

Der Neubau des Pfarrzentrums Kirchschlag versucht, im Detail auf die Bedürfnisse einer gemeinschaftlich geführten Pfarrgemeinde ohne Pfarrer am Ort einzugehen.

Das aus zwei kubischen Baukörpern bestehende Pfarrzentrum schließt im rechten Winkel zur Pfarrkirche an und markiert einen Platz, der sich zur angrenzenden Grünfläche hin öffnet.
Es beherbergt Verwaltung, Sakristei und Pfarrbibliothek.
Zahlreiche, das Gemeindeleben bereichernde Gruppen finden darin Raum für ihre Aktivitäten.
Die Erschließungsachsen sowie die großzügigen Fenster durchfluten die Innenräume mit Tageslicht und signalisieren Offenheit und Transparenz.
Der multifunktionale Pfarrsaal passt sich dank flexibler Raumteiler und mobiler Bühnen- und Barelemente an Veranstaltungen jeder Art und Größe an.

Besonderes Augenmerk verdient die Schnittstelle zwischen dem Sakralraum der Kirche und dem Pfarrzentrum: Blattgoldkacheln und mit der biblischen Emmaus-Geschichte beschriebene Glasflächen kleiden einen transparenten Raum aus, der das Licht in die unter dem Pfarrzentrum gelegene Aufbahrungshalle leitet.
Eine Baulösung die mit dem Theologen und Pfarrgemeinderatsobmann Ferdinand Kaineder erarbeitet wurde.
Sie präsentiert sich als architektonische Metapher des Erlösungsgedankens, die den Trauernden goldenes Licht in finsteren Stunden spenden soll.
 

Zur Rolle des Bauherren

Tritt eine Gemeinde oder Organisation als Bauherr auf, so übernehmen dort maßgebliche Einzelpersonen (Bürgermeister, Geschäftsführer, ) meist die Verhandlungs-, bisweilen auch die Entscheidungsrolle.
Die Pfarrgemeinde Kirchschlag bei Linz verfügt zwar auch über meinungsstarke Einzelpersonen, die Letztverantwortung für wichtige Entscheidungen können diese aber nicht an einen Ranghöchsten delegieren.
Kirchschlag ist eine Pfarrgemeinde ohne Pfarrer am Ort. Laien tragen und prägen das Gemeindeleben und übernehmen auch das Gros der seelsorglichen Pflichten.

Kirchschlag ist eine höchst lebendige Pfarrgemeinde, in der sich viele Menschen in verschiedensten Bereichen ehrenamtlich engagieren.
Ihren entsprechenden Bedürfnissen im Besonderen sowie der laienorientierten kommunalen und seelsorglichen Arbeit im Allgemeinen will die Architektur des neuen Pfarrzentrums Rechnung tragen.
Es bietet Raum und flexible Infrastruktur für die verschiedenen Gruppen und Initiativen, von Jungschar, Ministranten und Jugend über diverse Gremien des Pfarrgemeinderates bis zur Amateurtheatergruppe oder zur Pfarrbibliothek.

Bereits während der Bauphase zeigte sich, wie sehr sich die einzelnen Bauherren mit ihrem Gemeindezentrum identifizierten.
Die wöchentlichen Baubesprechungen fanden immer um 6.30 Uhr morgens statt, um allen werktätigen Pfarrmitgliedern die Teilnahme zu ermöglichen.
Nach der Einweihung des Pfarrzentrums Ende Juni 2008 wurden insgesamt 70 Haustürschlüssel an die verschiedenen Gruppen und verantwortliche Personen übergeben.

Die Leute haben mich da und dort gefragt, warum wir ein neues Pfarrheim brauchen, wenn wir keinen eigenen Pfarrer haben. Die 70 Schlüssel sind die Antwort auf diese Frage, so Ferdinand Kaineder, Obmann des Kichschlager Pfarrgemeinderates bei der Eröffnung am 29. Juni 2008.M

Martin Lengauer, Einreichungstext für den Bauherrenpreis 2008

Die einzelnen Räume (verbaute Fläche: ca. 960m²)

Sakristei
Pfarrbüro
Archiv
Seelsorgerzimmer
Küche
Pfarrsaal dreiteilig
Garage
Keller und Fundusraum
Schmink- und Kreativraum
Pfarrbibliothek
Spielgruppenraum
Jungschar- und Minitstrantenraum
Aufbahrung

WC-Anlagen mit 2 BehindertenWCs