Projekt "Erholungswald Breitenstein"
Im Sommer 2002 erstellte der Ferialpraktikant Michael Strauss (Student im zweiten Studienabschnitt an der Universität für Bodenkultur in Wien) eine Studie über den Erholungswald Breitenstein. Diese Studie soll Hinweise bezüglich der Vorgangsweise für die zukünftige Gestaltung des Erholungswaldes Breitenstein liefern.
Hier ein kurzer Auszug aus der Studie:
Der Erholungswald soll im Lauf der nächsten Jahre behutsam von der derzeitigen Monokultur (100 % Fichte) in einen Mischwald umgestaltet werden. Um das äußere Erscheinungsbild nicht radikal zu verändern, werden die Arbeiten in mehreren Schritten durchgeführt. Hier muss man in Jahrzehnten denken. Im Winter 2002 werden die schlechtesten Fichten geschlägert. Der Wald könnte so weit ausgeholzt werden, dass das Breitensteiner Gipfelkreuz wieder vom Ort aus zu sehen ist. Auflagehumus, Nadeln, grünes Reisig und grüne Äste der geschlägerten Fichten verbleiben im Bestand, weil der Entzug dieses Materials Versauerung des Bodens hervorruft.
Im Jahr 2003 wird im ganzen Erholungswald eine Kalkung vorgenommen. Diese wertet den Boden auf. Der frei gewordene Raum wird mit folgenden heimischen und der Höhenstufe entsprechenden Gehölzen verjüngt beziehungsweise bepflanzt: Fichte, Tanne, Buche, Berg-Ahorn, Vogel-Kirsche, Hänge-Birke und Gewöhnliche Esche, Winter-Linde, Schwarz-Erle, Grau-Erle und Stiel-Eiche. Außerdem wird im Lauf der nächsten Jahre ein Waldrand mit Schwarzem Holunder, Trauben-Holunder, Hasel, Schlehdorn, Spindelstrauch, Gelbem und Rotem Hartriegel und Hunds-Rose gestaltet.
Um die Kulturen vor Schalenwild (allen Paarhufern, insbesondere dem Reh, Capreolus capreolus) zu schützen, werden sie eingezäunt und für die Besucher mit Hinweisschildern gekennzeichnet. Ein Lehrpfad wird in die bestehenden Wege integriert. Der Vorgang des Abholzens und Aufforstens soll sich über einige Jahre erstrecken, damit letztendlich ein stufiger, ungleichaltriger Bestand entsteht.
Eine Gesteinsgruppe bestehend aus Rastenberger Granodiorit, Freistädter Granodiorit und Gabbro soll gestaltet werden. Diese Gesteine sind im Mühl- und Waldviertel bodenständig. Der Platz für die Gesteinsgruppe steht noch nicht fest.
Mit dem Projekt soll erreicht werden, dass der Wald ein noch attraktiveres Naherholungsgebiet wird, in dem der Besucher ein vielfältiges, der Region entsprechendes Waldbild vorfindet.
Außerdem soll beachtet werden, dass der Tourismus in Einklang mit dem Waldbau gebracht wird und umgekehrt. Beide Seiten sollten einander respektieren und im Auge behalten.
Der gesamte Inhalt der Studie kann am Ende dieser Seite heruntergeladen werden.
In diesem Bild sind die nächsten konkreten Schritte ersichtlich:
* Allgemeines Durchforsten der beiden grünen Abgrenzungen im Winter 2002/2003.
* Abholzen der Flächen 1 (beim Friedhof) und 2 (Hofingersiedlung) für eine attraktive Waldrandgestaltung.
* Auslichten der Flächen 1,3,4,5 für die natürliche Verjüngung und bewusste Aufforstung mit Baumarten lt. Studie Mischwald.
* Behutsame Schlägerung der Fläche 3 für Einsicht zum Gipfelkreuz
* Kalkung der gesamten Fläche im Frühjahr 2003
* Einzäunung der Flächen 1-5 gegen Wildverbiss
* Aufforstung der Flächen 1-5 mit Waldrandgestaltung im Frühjahr 2003.
* Gestaltung von Hinweisschildern für die eingezäunten Flächen im Sommer 2003.
Mit diesem Projekt will der Umweltausschuss nicht nur die Ökologie der Erholungswaldes verändern, sondern er verbindet mit diesem Vorhaben auch nachstehende Visionen für die Zukunft:
* Tourismus im engen Einklang mit Waldbau und Ökologie Aufklärungsarbeit samt praktischer Umsetzung in enger Zusammenarbeit
* Entwicklung von Maßnahmen die zukünftig auf den Privatwald übertragbar sind.
* Einbindung von anderen Institutionen wie Bund, Land, Tourismus Sterngartl und Schulen.
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Für die Umsetzung der oben angeführten Punkte werden wir sehr eng mit der Landwirtschaftsschule Kirchschlag zusammenarbeiten. In diesem Bereich möchten wir das vorhandene örtliche Wissen und die große Erfahrung der Schule nützen und einbinden. Wir bedanken uns bei den Verantwortlichen der Landwirtschaftsschule für die bis jetzt geleistete und vor allem für die zukünftige Mitarbeit bei diesem Projekt.
Dieses Projekt wurde dem Gemeinderat in der Sitzung vom 5. November 2002 vorgestellt und anschließend einstimmig angenommen.

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